Warum reichhaltige Pflege nicht zwingend die Lösung für trockene Haut ist
Trockene Haut? Der erste Impuls ist oft: mehr Pflege, reichhaltigere Cremes, dickere Texturen. Doch genau hier liegt ein weit verbreitetes Missverständnis. Denn trockene Haut ist nicht automatisch Haut, die nach mehr Fett verlangt – sie kann ganz andere Bedürfnisse haben.
Der Unterschied zwischen trocken und dehydriert
Viele verwechseln trockene Haut mit dehydrierter Haut, dabei sind das zwei grundverschiedene Zustände. Trockene Haut produziert tatsächlich zu wenig Talg und fehlt es an Lipiden – sie braucht Fette. Dehydrierte Haut hingegen mangelt es an Feuchtigkeit, nicht an Öl. Sie kann sich trocken und gespannt anfühlen, ist aber eigentlich durstig, nicht hungrig.
Wenn du auf dehydrierte Haut mit sehr reichhaltigen, öligen Produkten reagierst, legst du quasi eine Decke über ein Problem, das darunter weiter besteht. Die Haut fühlt sich vorübergehend weicher an, aber das Feuchtigkeitsdefizit bleibt. Schlimmer noch: Zu viel Okklusion kann die Haut daran hindern, sich selbst zu regulieren.
Die Barriere-Funktion – der Schlüssel zum Verständnis
Gesunde Haut hat eine intakte Barriere, die Feuchtigkeit einschließt und Schadstoffe aussperrt. Diese Barriere besteht aus Hautzellen, die wie Ziegelsteine angeordnet sind, umgeben von einer Lipid-Matrix aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren. Wenn diese Barriere gestört ist – durch Umwelteinflüsse, aggressive Reinigung oder falsche Pflege – verliert die Haut Feuchtigkeit, egal wie viel Creme du aufträgst.
Reichhaltige Pflege allein repariert diese Barriere nicht. Sie kann sogar kontraproduktiv sein, wenn sie zu schwer ist und die Poren belastet, oder wenn ihr die richtigen Bausteine fehlen, die die Haut wirklich braucht.
Was trockene Haut wirklich braucht
Die Lösung liegt nicht in "mehr", sondern in "richtig". Trockene oder dehydrierte Haut braucht eine ausgewogene Kombination aus drei Komponenten:
Feuchtigkeit – durch Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, die Wasser in der Haut bindet und sie von innen aufpolstert. Ein Hyaluron-Serum oder Fluid ist oft effektiver als eine dicke Creme, weil es gezielt Feuchtigkeit zuführt, ohne zu beschweren.
Lipide – aber die richtigen! Hochwertige Pflanzenöle mit der passenden Fettsäurezusammensetzung, die der natürlichen Hautbarriere ähneln. Sie integrieren sich in die Hautstruktur, statt nur aufzuliegen. Leichte Öle wie Jojobaöl oder Squalan können oft mehr bewirken als schwere Buttercremes.
Okklusion – eine schützende Schicht, die verhindert, dass Feuchtigkeit verdunstet. Aber auch hier gilt: zu viel des Guten erstickt die Haut. Eine ausgewogene Nachtcreme erfüllt diesen Zweck, ohne zu überladen.
Die Rolle der richtigen Schichtung
Bei Ninella folgen wir dem Prinzip der intelligenten Schichtung. Zuerst Feuchtigkeit zuführen – etwa mit unserem Hyaluron Fluid, das die Haut durchfeuchtet. Dann mit einer auf den Hauttyp abgestimmten Creme die Feuchtigkeit einschließen und die Barriere stärken. Unsere Tagescreme ist leicht und zieht schnell ein, perfekt für den Tag. Die Nachtcreme ist etwas reichhaltiger und unterstützt die nächtliche Regeneration – aber beide überladen die Haut nicht.
Weniger kann mehr sein
Lella wusste schon damals: Hautpflege ist keine Frage der Quantität, sondern der Qualität und des Verständnisses. Wenn deine Haut sich nach dem Eincremen zwar weich anfühlt, aber nach wenigen Stunden wieder spannt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie nicht das bekommt, was sie wirklich braucht.
Trockene Haut braucht nicht automatisch die reichhaltigste Creme im Regal. Sie braucht eine Pflege, die ihre Barriere respektiert, ihre Feuchtigkeit bewahrt und ihr die richtigen Bausteine liefert – in der richtigen Balance.
Echte Fürsorge bedeutet, genau hinzuhören, was deine Haut dir sagt. Und manchmal ist die Antwort nicht "mehr", sondern "anders".
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